Übungsleiter B-Rehabilitationssport

§ 44-Rehasport eine Möglichkeit für Studios mit Krankenkassen zusammenzuarbeiten?
Mit Wirkung zum 01. Juli 2003 trat eine veränderte Heil- und Hilfsmittelverordnung in Kraft. Sie hat zur Folge, dass sich das Verordnungsverhalten der Ärzte stark gewandelt hat bzw. noch wandelt. Da die Verordnung von z.B. Physiotherapie nunmehr strikten Bedingungen unterliegt, die für die verordnenden Ärzte in erheblichem Maße bürokratische Mehrarbeit mit sich bringt, musste festgestellt werden, dass zunehmend zu Lasten des Heilmittels „ Physiotherapie“ der Rehasport verordnet wurde. Diese Entwicklung hält unvermindert an bzw. verstärkt sich weiter. Diese Änderungen bedeuteten für viele Physiotherapieeinrichtungen Umsatzeinbußen in teils erheblichem Umfang.

Der § 44 SGB IX eröffnet den Fitnessanbietern sehr gute Kooperationsmöglichkeit mit den Krankenkassen. Dort ist der „ärztlich verordnete Rehabilitationssport in Gruppen“ verankert, der Übungen für behinderte oder von Behinderung bedrohter Menschen beinhaltet. Eine Konkretisierung für die Umsetzung des Rehabilitationssports bildet die „Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining vom 01. Oktober 2003“. In dieser Vereinbarung werden die Anforderungen an den Rehasport spezifiziert, wie z.B. Gruppengröße, Übungsleitung, Anerkennung von Gruppen.

Was bedeutet Rehasport nun konkret?
„Rehabilitationssport wirkt mit den Mitteln des Sports und sportlich ausgerichteter Spiele ganzheitlich auf die behinderten und von Behinderung bedrohten Menschen, die über die notwendige Mobilität sowie physische und psychische Belastbarkeit für Übungen in der Gruppe verfügen, ein. Ziel ist es, Ausdauer und Kraft zu stärken, Koordination und Flexibilität zu verbessern, das Selbstbewusstsein insbesondere auch von behinderten oder von Behinderung bedrohten Frauen und Mädchen zu stärken und Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten.“ (Zitat: Rahmenvereinbarung 2003).

Probleme am Stütz- und Bewegungsapparat wie z.B. lang anhaltende Rückenschmerzen sind weit verbreitete Beschwerden. Diese können jedoch oft im Rahmen einer Rehabilitation und während der Behandlung in einer Krankengymnastikpraxis nicht ausreichend therapiert werden. Die Erfahrung aus der ambulanten Rehabilitation und der Sportmedizin zeigt, dass nur mit einer langfristig angelegten und aktiv ausgerichteten Betreuung eine deutliche Besserung der Beschwerden zu erzielen ist. Die so genannte Versorgungskette Akutversorgung, Rehabilitation und Physiotherapie wird durch eine bewegungsorientierte Therapie hervorragend ergänzt. Bereits erreichte Heilungserfolge werden stabilisiert und noch vorhandene Defizite können reduziert werden. Bestehen körperliche Funktionsbeeinträchtigungen, so müssen die Krankenkassen und Rentenversicherungsträger Sport und Training als „ergänzende Leistungen zur Rehabilitation“ unterstützen. So hat es der Gesetzgeber in § 44 SGB IX festgelegt.

Die Kostenbeteiligung der Krankenkassen an solch einer langfristigen Sport- und Trainingstherapie ist davon abhängig, dass die Qualität der Kurse überprüft, zertifiziert und nachhaltig sind. Das Gute am Rehabilitationssport ist, dass die Verordnung nicht das Heilmittelbudget des Arztes belastet.

Rehavereinbarungen werden zwischen Arzt, Krankenkasse und Gesundheitsanbieter vereinbart. Durchgeführt wird Rehasport vom Fachübungsleiter für Rehabilitationssport “Stütz- und Bewegungsapparat“. Rehasport ist in erster Linie ein gymnastischer Bewegungssport, bei dem Sequenztraining an Geräten die Ausnahme sein sollte.
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