Superkompensation

Superkompensation bedeutet „überschießende Wiederherstellung“. Man versteht darunter ein Modell, dass Anpassungsvorgänge an ein sportliches Training auf einfache Art erklärt. Beschreibung: Der Prozess der Entwicklung trainingsbedingter Anpassungen verläuft in Phasen. Nach einem Belastungsreiz kommt es zu einer vorübergehenden Abnahme der sportlichen Leistungsfähigkeit und einem anschließenden Wiederanstieg über das Ausgangsniveau hinaus. Dieser Zustand erhöhter Leistungsfähigkeit wird als Superkompensation bezeichnet. Wird jeweils an diesem Punkt der erhöhten Leistungsfähigkeit wieder trainiert kommt es über längeren Zeitraum zu einer Leistungssteigerung (nach oben begrenzt). Sind die Regenerationsphasen zwischen dem Training zu lang, geht der Trainingseffekt wieder verloren. Wird zu viel (und/oder zu intensiv) trainiert bzw. ist die Regenerationszeit zu kurz kommt es zur Leistungsminderung bis hin zum Übertraining. Man unterscheidet folgende Phasen: 0          Ausgangszustand                    Körper im Gleichgewicht 1          Belastung (Training)              Verlust der Leistungsfähigkeit 2          Wiederherstellung                 Anstieg der Leistungsfähigkeit zum Ausgangsniveau 3          Superkompensation               überschießende Wiederherstellung 4          Rückgang Leistungsfähigkeit langsame Abnahme ohne neuen Trainingsreiz     Abbildung: Prinzip der Superkompensation (vgl. Hartmann, Tünnemann, 1989) Durch „richtige“ Abstimmung (Dosierung) von Trainingsbelastungen und Erholungsphasen soll die Leistungsfähigkeit gesteigert und gleichzeitig ein Übertraining vermieden werden. Kritische Beurteilung Der Begriff „Superkompensation“ bezieht sich in seiner ursprünglichen Bedeutung auf die trainingsbedingte Zunahme des energetischen Potentials durch eine Anhebung der muskulären und hepatären (in der Leber befindlichen) Glykogenspeicher sowie der energiereichen Phosphate (insbesondere Kreatinphosphat). Problematisch an diesem Modell ist, dass die verschiedenen Funktionssysteme des Körpers unterschiedliche Zeiträume zur Wiederherstellung haben. Man spricht vom „Heterochonismus der Wiederherstellung“.
DEUTSCHE FITNESS AKADEMIE
Kontakt
Tel.: 05601/8055
Fax: 05601/8050
E-Mail: info@dflv.de

Teilnehmerbereich